Die musikalischen Highlights der Spiele in Hildesheim

Die „Special Olympics 2017“ in Hildesheim waren nicht nur sportlich ein Highlight. Die Notenträumer waren mal wieder mittendrin: am Mittwoch vor 1500 Zuschauern in der Halle39 und am Tag darauf auf dem vollbesetzten Marktplatz (mit der angrenzenden Lilie) erneut vor über 1000 Gästen. Im sportlichen Sinn hat der Chor alles gegeben, alles rausgehauen und eine Spitzenleistung abgeliefert. Der Zuschauer hat logischerweise nur den Blick auf die Bühne gerichtet, für das was dahinter passierte gibt es diesen schönen Bericht, um aufzuzeigen wieviel harte Arbeit hinter vier Minuten Bühnenprogramm steckt. Die Eröffnungsfeier ist dafür ein Paradebeispiel. Die Hymne stand für 20.00 Uhr auf dem Programm. Getroffen haben wir uns bereits um 14.30 Uhr, also satte fünfeinhalb Stunden vorher. Anfahrt, Stellprobe vor Ort, Wartezeit, Soundcheck und wieder Wartezeit. Wartezeiten sind übrigens am anstrengendsten. Meist in viel zu kleinen Räumlichkeiten müssen wir die Zeit überbrücken ohne dabei den Fokus auf das Showprogramm zu verlieren. Mittlerweile im 12. Bühnenjahr sind unsere Notenträumer diese Situationen jedoch gewohnt und lassen sich auch durch Hitze und stickige Luft nicht ablenken. An dieser Stelle möchte ich kurz ausschweifen. Das eine Gruppe von über 30 Teilnehmern auf engstem Raum so harmonisch agiert, ist nicht selbstverständlich. Das Schönste daran: der Zusammenhalt und die Disziplin sind nicht erzwungen. Jeder Einzelne kennt seine Verantwortung. Niemand ist wichtiger als sein Nebenmann und niemand weniger wert als sein Nebenmann. Nur gemeinsam können wir auftreten und den Erfolg genießen. Das klingt alles ganz logisch, es zu beherzigen und umzusetzen ist jedoch etwas anderes und deswegen ein extra Lob für den tollsten Chor der Welt!

Zurück in Halle39 und zu unserer Hymne „Ich gewinn´“. Mit dem Sinfonischen Orchester der Marienschule durften wir bereits beim Eröffnungsgottesdienst, anlässlich 50 Jahre Lebenshilfe Hildesheim, zusammenarbeiten. Als wir im März erneut um Unterstützung baten, konnten sich viele Schüler des Orchesters an den bewegenden Gottesdienst in der Michaeliskirche erinnern und begeisterten sich erneut für eine Kooperation. Wie groß die Begeisterungsfähigkeit war lässt sich daran ablesen, dass der Terminkalender eigentlich gar keinen Auftritt zuließ. Viele Ochestermitglieder waren in der Zeit in der „Waldwoche“ andere bei der „Ideen-Expo“. Dank zahlreicher, engagierter Eltern, die spontan einer Beförderung zusagten, wurden die Musiker aus allen Teilen „eingeflogen“ (also abgeholt und gebracht). Dass sich der Aufwand gelohnt hat, durften wir Notenträumer bereits zu Beginn der Eröffnungsfeier miterleben. Das Orchester spielte zum Einmarsch der Athleten, beim Entzünden der Olympischen Flamme und gab mit weiteren Kostproben wie „Olympic Spirit“ oder „Eye of the Tiger“ eine beeindruckende Visitenkarte ihres Könnens ab. Unter der Leitung von Thomas Norrenbrock sorgte das Orchester für eine klassische und imposante Stimmung. Unser Chor durfte Teile der Eröffnungsfeier noch miterleben, bevor es zum spannenden Moment kam.

Besonders spannend war der Abend für unsere Bianca, denn sie wurde ganz kurzfristig darum gebeten den Olympischen Eid der Athleten zu sprechen. Eigentlich „nur“ drei Sätze, aber vor dem Publikum, ganz allein im Scheinwerferlicht, alle Blicke auf sie gerichtet, – ganz ehrlich: Ich hätte mir einen Pups in die Hose gemacht und wahrscheinlich nicht eine einzige Silbe rausgebracht. Aber ich bin auch nur ein Schreiberling und nicht so cool wie Bianca, die ihren Auftritt und den Eid tadellos absolvierte! Kurz danach war es endlich soweit. Wie geplant, um kurz vor 20.00 Uhr, stand die Hymne auf dem Programm. Nach den bekannt feierlichen Worten von Oberbürgermeister Ingo Meyer: „Ich erkläre die Spiele für eröffnet“, wurden wir von Radio-21 Moderator Stephan Hox auf die Bühne geholt. Da waren sie also, die vier Minuten für die wir so oft geübt hatten und für die wir heute so lange warten mussten. Was soll ich sagen, jede Probe und jede Minute Wartezeit waren es wert! Der gemeinsame Auftritt mit dem Orchester, bzw. in dem Fall mit der Bigband der Marienschule, war bombastisch! Mit unglaublich viel Leidenschaft und Herzblut legte sich jeder Sänger, ganz wie die Sportler, ins Zeug und jede Zeile der Hymne wurde mit strahlenden Augen unterstrichen. Das Publikum konnte sich dem feierlichen Moment nicht entziehen und so hielt es zum Ende hin niemanden mehr auf den Sitzen. Grenzenloser Beifall und Standing Ovation entlohnten uns und die Schüler der Marienschule. Auch unseren geschäftsführenden Vorstand, Herrn Seidel, hielt es nicht auf seinem Platz. Im fast olympischen Sprint eilte er zum Bühnenabgang um jeden einzelnen Sänger abzuklatschen. Und wer hätte es gedacht, jeder einzelne hat es sich verdient!

Keine Zeit sich auf den Lorbeeren auszuruhen! Gleich am nächsten Tag ging es auf dem Hildesheimer Marktplatz weiter. Im Rahmen der Spiele hatte die Lebenshilfe zum Kulturbankett geladen. Wieder mit reichlich Publikum, wieder mit einer Besonderheit. Gestern noch klassisch, holten wir uns für das heutige Konzert mit „Second Edition“ den Rock´n Roll auf die Bühne. Unsere Freunde aus Sarstedt, mit denen wir bereits in Berlin auf der „Grünen Woche“ zusammen musizierten, sollten nicht nur nach uns auftreten, sondern natürlich auch mit uns! Erneut war es ein langer Tag mit vielen Wartezeiten, Stellproben, und stickigen Räumen. Wieder gingen dem Konzert Extraproben voraus. Und wieder können wir sagen: „Alles richtig gemacht“! Doch vor dem Zusammenschluss von Stromgitarren und Chorgesang stand erstmal unser Soloprogramm an. Als ständiger Begleiter der Notenträumer sind viele Weiterentwicklungen schleichend und werden nicht sehr intensiv zur Kenntnis genommen. Spürbar wird es dann, wenn Zuschauer sagen: „Ihr seid ja schon wieder besser geworden“, oder: „Ihr habt ja wieder eine Schippe draufgepackt“. Ein tolles Feedback und natürlich Motivation für die Zukunft, auch die nächste „Schippe“ in Angriff zu nehmen. Die „Schippen“ beim Kulturbankett waren zum Beispiel die Neulinge im Programm wie „Schenk mir dein Herz“ oder das phänomenal von Jenny und Denis vorgetragene „Seite an Seite“. Bei der sportlichen Stimmung hätte es dafür mindestens eine Goldmedaille geben müssen. Aber auch die ruhigen Momente, wie „Ich war noch niemals in New York“ von Andre´, verzauberten das Publikum.

Unser Jan hatte die Regler bestens im Griff, so dass der Bühnensound bereits beim Soloprogramm ordentlich Bumms hatte. Dann war die Zeit für Verstärkung gekommen und aus dem Bumms wurde ein Super-Bumms! Unglaublich, wieviel Triebkraft eine Live-Band verursachen kann. Fünf Songs hatten wir mit Second Edition geprobt und alle fünf rockten den Marktplatz. Höhepunkt war das Gitarren- und Luftgitarrenduett mit Guido und unserem Heinz-Helmut, der

von Second Edition im Vorfeld mit einer echten Luftgitarre versorgt wurde. Das große Finale hätte nicht treffender sein können. Kati (Second Edition) und unsere Bianca, gaben den Ton für „Pure Lust am Leben“ an, bei dem erneut Andre´ ein glanzvolles Echo zum Besten gab. Wie ein Orkan fegte der Song von der Bühne über den Marktplatz und wir alle brauchten einen Moment um zu verstehen, dass die anschließende Unwetterwarnung gar nicht unseren Sturm von der Bühne meinte, sondern dass ein echtes Gewitter aufzog. Der einzige Wermutstropfen an diesem Tag, den wir eigentlich entspannt ausklingen lassen wollten. Reichlich Regen und ein drohendes Gewitter verhinderten weitere Gemeinsamkeiten.

Schlussendlich sind wir aber alle gut heimgekommen und haben einen sackstarken Doppelpack (Eröffnungsfeier und Kulturbankett) abgeliefert. Ein ganz besonders herzliches Dankeschön geht natürlich noch an Andreas, Kati,

Uwe, Stefan, Bernd und Guido. Danke für euren Support und vor allem für das tolle Miteinander. Wir würden uns freuen, auch zukünftig mit euch den „Super-Bumms“ auf die Bühne zu bringen.  – Eure Notenträumer

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